Es sind Gerüchte im Umlauf, dass Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) eine Crew zusammenstellen will. Er sei auf der Suche nach dem legendären Jungbrunnen. Doch diese Gerüchte stammen von keiner anderen als von Angelica (Penelope Cruz), der Tochter von Captain Blackbeard (Ian McShane). Blackbeard ist der Pirat, den alle anderen Piraten fürchten. Das Paar macht sich auf die Suche und wird dabei nicht nur von der spanischen Flotte verfolgt, sondern auch von den Piraten Englands, die unter dem Kommando von Captain Barbossa (Geoffrey Rush) noch ein persönliches Hühnchen mit Blackbeard und  Sparrow zu rupfen haben. Auf ihrem Weg treffen Sie auf Zombies und Meerjungfrauen, was die Reise nicht einfacher macht.

Zunächst ein Wort zum 3D-Effekt. Der wird ja in anderen Filmen erst nachträglich „drauf gemacht“ oder kommt im Film gar nicht zur Geltung. Beides ist bei Fremde Gezeiten nicht gegeben. Die Produzenten haben sich wirklich Gedanken gemacht, denn es stürzen Fässer ins Publikum oder man bekommt eine Schwertklinge unter die Nase gehalten. So macht 3D-Kino Spaß und auch Sinn! Großes Lob!

Nun zur Fluch der Karibik-Checkliste (Dinge, die meiner Meinung nach in jeden FdK-Film gehören):

  • eine Wasserschlacht: Zählt das Abfackeln einer Nussschale als Wasserschlacht? Nein? Dann: nicht vorhanden!
  • Schwertkämpfe: vorhanden, war in Ordnung.
  • witzige Dialoge: vorhanden, für meinen Geschmack aber zu wenig
  • tolle Locations und Sets: vorhanden, die Schiffe und Dschungelsets sind super gestaltet, das Special-Effects-Team hat mal wieder ganze Arbeit geleistet
  • Szenen für Kenner: vorhanden: wer die ersten drei Teile schon gesehen hat, wird in diesem Film hier und da Hinweise auf die vorangegangenen Teile finden.
  • ein kurzer Film am Ende des Abspanns: vorhanden, aber nicht wirklich sehenswert, hatte das Gefühl ganz umsonst diesen ewig langen Abspann gesehen zu haben
  • Der Spruch „Warum ist der Rum immer alle?“ WEG! Sowas gehört zu JEDEM Fluch der Karibik-Film. Schämt euch, ihr Drehbuchautoren!

Jetzt zum Cast: Johnny Depp macht seine Sache gewohnt komisch und unterhaltsam. Die Freude an seiner Rolle sieht man ihm an. Auch Geoffrey Rush macht seine Sache gut. Penelope Cruz ist zwar optisch hübsch anzusehen, wirkt in manchen Szenen aber etwas unbeholfen und sie scheint sich auch schwer in die Piratengruppe einzufügen. Als einzige Frau an Bord hatte ich von ihr mehr Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein erwartet. Im ganzen Film schwänzelt sie nur um Blackbeard herum. Da hätte sie sich vielleicht mal bei Judi Dench, die direkt am Anfang des Films einen Cameoauftritt hat, was abschauen sollen. Frau Dench hat in ihrer 2-Minuten-Szene mehr Ausstrahlung als Cruz im ganzen Film.

Dem Film fehlt eindeutig etwas. Keine Ahnung, ob es am neuen Regisseur liegt oder am Drehbuch, aber Fremde Gezeiten wirkt wie ein völlig neuer Fluch der Karibik-Streifen. Als hätte er mit den vorangegangenen drei nichts mehr zu tun oder als würde man eine neue Version davon drehen. Oder eine billige Kopie! Die Idee mit den Meerjungfrauen, die offenbar mit ein paar Twilight-Vampiren gekreuzt wurden, wirkt irgendwie zu altbacken. Auch auf die Zombies, die im Trailer ja explizit mitbeworben werden, wird nicht weiter eingegangen. Schade! Außerdem: Es bleiben Fragen offen und Logiklöcher sind nie gut.
Weiteres Manko, der Standard-Jack-Sparrow-Sprecher Marcus Off wurde durch einen anderen Sychronsprecher ersetzt. Keine gute Entscheidung von Disney!

Fazit: Johnny ist super, die wenigen Witze zünden und die Sets sind prima, aber wenn man es mit dem „fehlenden Etwas“ verrechnet, kommt man nur auf ein „durchschnittlich“. (3/6)
 
Trailer zum Film

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