Im Fridericianum bzw. dem Kasseler Kunstverein findet zum Dokfest eine Monitoring-Reihe statt (weiterführende Infos zum Monitoring gibt’s hier). Nachfolgend möchte ich kurz meine Lieblingsarbeit vorstellen.

Delivery for Mr. Assange (2013)
!Mediengruppe Bitnik
Website zur Installation
Facebookseite der Mediengruppe Bitnik

Im Januar dieses Jahres gaben !Mediengruppe Bitnik ein Paket auf, das an Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London adressiert war. Der Inhalt dieser Sendung bestand aus einer Kamera, die aus dem Paket heraus nicht nur den Postweg filmisch verfolgte, sondern dem Adressaten, eine Plattform und einen direkten Zugang zur Öffentlichkeit verlieh. Hiermit gaben die Künstler Assange ein wenig von dem zurück, was er als politischer Aktivist mit der Veröffentlichung geheimer Daten auf WikiLeaks zuvor für die Allgemeinheit tat.

Unabhängig davon, was man von Julian Assange und Wikileaks hält, ist das eine spannende Aktion mit simplen Mitteln. Und genau darin liegt auch der Reiz. Wenn man die Paketverschickung nicht schon online verfolgt hat, ist es genauso spannend sie nochmal auf den beiden Monitoren anzusehen. Man liest die Fragen der Initatoren („Ist das Paket angekommen? Ist die Kamera kaputt?“) und leidet mit, was bei einem Twitterfeet schon auffällig ist. Zusätzlich fällt die Mischung aus herkömmlichen Medien (die Post) und neuen Medien (Twitter) positiv auf.
Aktuell gibt es übrigens eine neue Aktion von Bitnik namens Delivery for Mr. Rajab. Hier schickt Julian Assange aus London ein Paket an den inhaftierten Menschenrechtsaktivisten Nabeel Rajab in Bahrain. Über die Webcam kann man das Geschehen live verfolgen. Aktueller Stand: Leider wurde wohl das Paket am Flughafen von Dubai entdeckt.

NACHTRAG
Diese Installation hat am letzten Abend auch den „Golden Cube“ für die beste Installation gewonnen! Zur Recht! Herzlichen Glückwünsch!

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