Okay, jetzt ist es offiziell. Ich habe meinen Tiefpunkt erreicht. Heute morgen war ich zum letzten Mal in der Schlange gestanden. Am Ticketschalter hat mich der Ticketgeber über den Unterschied zwischen La belle et la bête (1946) und La belle et la bête (2014) aufgeklärt, und zwar mit den Worten „Sind Sie Studentin? Na, eine Filmstudentin muss sowas doch wissen“. Er hat’s bestimmt nicht böse gemeint, aber ich habe dafür echt keinen Nerv. Ich will in meinem jetzigen Zustand einfach meine Tickets, fertig, aus. Um  10 Uhr war dann Gruppenmeeting unserer Filmkritik-Gruppe. Bei der abschließenden Feedback-Runde habe ich meinen Unmut dann an meinen Dozenten ausgelassen und sachlich, aber bestimmt, alles kritisiert, was mir an dem Seminar nicht passt. Danach bin ich ins Hostel (unterwegs habe ich im L’Oreal-Würfel vorbeigeschaut und keinen Termin mehr bekommen) und habe geschlafen. Meinen Film, der eigentlich um 16:30 Uhr im Friedrichsstadt-Palast gelaufen wäre, habe ich ausfallen lassen. Einen dreistündigen Film war dann doch zu viel des Guten. Ist mir egal, ob das ein Anwärter auf den Goldenen Bären ist. Einfach nur ein bißchen Schlaf bitte.  Ich habe drei Stunden geschlafen und bin pünktlich zum Sonnenuntergang aufgewacht. Noch schnell Jenny antworten. Die nächsten Tage planen. Stadtführung oder nicht? Nach Potsdam ins Filmmuseum fahren oder nicht?

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Blick aus meinem Hostel-Fenster, 17:50 Uhr

Die Zielsetzung für den Abend war ein nettes Restaurant zu finden und danach ins Kino. Ganz gemütlich und entspannt. Am Ende wurde es dann doch nur eine Kartoffelbox von der Nordsee. Die Vorstellung von Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann (Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand) fing erst 15 Minuten später an, weil das Filmteam noch auf dem roten Teppich feststeckte. Der Film war sehr unterhaltsam und hat mir gut gefallen. Im Anschluss wurde dann noch der Abspann und der Regisseur Felix Herngren beklatscht.

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Der scherzte und erklärte, dass das Publikum in Deutschland mehr Humor hätte als die Schweden. Hauptdarsteller Gustaffson gab in Anlehnung an seine Filmfigur allen Anwesenden den Rat doch hin und wieder mal was in die Luft zu sprengen. Außerdem zeigte er sich zufrieden mit dem Publikum; es habe an den richtigen Stellen gelacht. Im Anschluss ging’s ins Hostel. Als Betthupferl dann noch die heute-show, damit ich halbwegs auf dem aktuellen Stand bin. Während der Berlinale bekommst du ja in Sachen Weltgeschehen so gut wie nix mit. Es war sehr entspannend heute nur mal EINEN Film zu sehen. Mach ich morgen auch so. Danach fahre ich mit der S-Bahn nach Potsdam ins Filmmuseum. Und: morgen kann ich ausschlafen! Yes! Große Freude! In diesem Sinne, gute Nacht!

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