„I don’t get this school.“

Es gab einmal eine ziemlich erfolgreiche amerikanische Polizeiserie, die zwischen 1987 und 1991 lief. Hauptdarsteller war ein Schauspieler, der alles andere als zufrieden mit seinem Job war und erst nach vier Staffeln die Serie verlassen durfte. Dieser Mann hieß Johnny Depp. Die Rolle in der Serie gilt als sein filmischer Durchbruch und Start seiner „Karriere“ als Teenie-Idol. Über zehn Jahre später kommt ein Film in die Kinos, der außer dem Namen nur noch wenig mit der Ursprungsserie zu tun hat. Aber: Auch hier ist wieder ein hübscher Mann dabei, der die Kinokassen klingeln lässt: Channing Tatum. Und falls das nicht reicht, dann gibt’s noch Jonah Hill für die Gags. Kurz zur Geschichte. Auf der Polizeiakademie lernen sich Super-Sportler Jenko (Channing Tatum) und Nerd Schmidt (Jonah Hill) kennen und helfen sich gegenseitig durch die Sport- und Wissenstests. Kaum die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, starten beide hochmotiviert in den Berufsalltag, der sich als trostlos herausstellt. Beide fahren auf Fahrrädern Streife und als dann auch noch eine Verhaftung platzt, weil sie vergessen dem Verdächtigen seine Rechte vorzulesen, stehen sie kurz vor dem Rauswurf. Aber ihr Chef steckt sie kurzerhand in ein neu aufgenommenes Undercover-Programm, bei dem jugendlich aussehende Polizisten auf der High School ermitteln. Captain Dickson (Ice Cube), ihr neuer Vorgesetzter, setzt sie auf einen Drogenring an, der an einer High School operiert. Schnell stoßen die beiden auf den zielichtigen Dealer und Mitschüler Eric (Dave Franco), der jedoch nur die Spitze des Eisbergs ist.

Schneller als die Polizei erlaubt - © Sony
Cooler als die Polizei erlaubt – © Sony

Ja, der ganze Film steckt voller Ekelhumor, wie man das aus amerikanischen Komödien gewohnt ist. Wem es egal ist, dass sich die beiden Hauptdarsteller gegenseitig die Finger in die Münder stecken, ein Mann seinen abgeschossenen Penis in den Mund nimmt und dass in erster Linie Sex, Drugs und Rock’n’Roll thematisiert werden, wird sicherlich viel zu lachen haben. Trotzdem kann all der Witz, der auch teilweise aus der Feder von Jonah Hill selbst stammt, nicht über die fehlende Chemie zwischen ihm und Tatum hinweghelfen.  Jugendliche Ausstrahlung besitzen die beiden Anfang-30-er ebenfalls nicht. Auch Dave Franco, der jüngere Bruder von James, überzeugt als Bösewicht nur wenig. Hier und da noch eine Liebesgeschichte und fertig ist der Action-Blockbuster.

Zu den wenigen Highlights des Films zählen die Cameo-Auftritte von einem bis zur Unkenntlichkeit verkleideten Johnny Depp und Peter DeLuise, die beide in der Originalserie mitgespielt haben. Leider überleben beide das Filmende nicht und liefern die wohl kitschigsten letzten Worte, die man in jüngster Zeit im Kino zu sehen bekam. Auch die selbstreflexiven Anspielungen auf das Actiongenre sind durchaus gelungen. In einer rasend schnellen Verfolgungsjagd werden sowohl Gasflaschen als auch ein kompletter Tankwagen durchlöchert. Zuschauer wie Protagonisten erwarten den Knall einer Explosion, der allerdings ausbleibt. Auch Anspielungen auf den Zeitgeist bleiben nicht aus. Dazu gehören unter anderem auch Jonah Hill als Eminem-Verschnitt und Jenkos Erklärung des erstarkten Umweltbewusstseins in der Schülerschaft mit der Serie GLEE. Sicherlich, 21 JUMP STREET ist nicht dafür gemacht, realistisch zu sein. Es geht hier immer um den nächsten Gag und da ist es egal, ob das in der Handlung einen Sinn macht oder nicht. Wen das nicht stört, wird seinen Spaß haben.

Müder Neuaufguss (2/6)

Trailer: © Sony Pictures Germany

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