Jeder Held braucht einen Schurken

Wenn Stanley Kubrick nicht so lange für EYES WIDE SHUT gebraucht hätte, wäre Tom Cruise vielleicht schon viel früher erneut die Rolle des Ethan Hunt geschlüpft. Vier Jahre nach der Rehabilitierung des Agenten Ethan Hunt in MISSION: IMPOSSIBLE bekommt dieser einen neuen Auftrag. Der IMF-Agent Sean Ambrose (Dougray Scott) hat dem Biologen  Dr. Vladimir Neckhorvich (Rade Šerbedžija) als Hunt verkleidet den Grippevirus Chimera und den daszugehörigen Antivirus namens Bellerophon abgenommen. Doch bevor es losgehen kann, muss Ethan (Tom Cruise) die Diebin Nyah Nordoff-Hall (Thandie Newton) rekrutieren. Zwischen Ethan und Nyah knistert es. Erst danach erfährt Hunt von seinem Einsatzleiter Swanbeck (Anthony Hopkins), das Nyah aus einem zweiten Grund mitarbeiten soll: Sie ist Exfreudin von Ambrose und soll sich als verführerischer Lockvogel bei Ambrose einschleichen. Unterstützt wird die Mission von Computerexperte Luther (Ving Rhames) und dem Piloten Billy (John Polson). Nyah gelingt es tatsächlich sich bei Ambrose einzuschleichen und wird bald Zeuge wie dieser Gespräche mit dem Chef eines Pharmakonzerns, John C. Cloy (Brendan Gleeson), führt. Ethan muss die Übergabe des Virus um jeden Preis verhindern.

Ethan (Tom Cruise) und Nyah (Thandie Newton) -  © 2011 Paramount Pictures
Ethan (Tom Cruise) und Nyah (Thandie Newton) – © 2011 Paramount Pictures

Im Vergleich zum Vorgänger setzt MISSION: IMPOSSIBLE II auf eine weniger komplizierte Geschichte. Es wird recht schnell klar, wer die Bösen und die Guten sind.  Trotzdem wird natürlich weiterhin mit Aussehen und Stimme getrickst was das Zeug hält. Zudem wird Tom Cruise mit Thandie Newton eine starke Frau an die Seite gestellt, die von Furcht bis Verführung das komplette schauspielerische Repartoire zeigen kann. Cruise bleibt dagegen etwas schwach. Ihm bleibt es weiterhin überlassen die Bösen auszukundschaften und auszuschalten. Im Gedächtnis bleibt sicherlich die → Anfangsszene, in der Ethan von seinem Arbeitgeber beim Klettern gestört wird.

 © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Leider ist die Geschichte trotz einfacher Strickung wieder unglaublich langatmig erzählt. Von Location zu Location springt die Handlung und mit ihr die Protagonisten, als seien die überhaupt nicht wichtig. Der Film ist eine einzige wilde Verfolgungsjagd, die zwar stark beginnt, aber irgendwann nur noch schlaucht. Man hat das Gefühl als habe man wieder einmal alles unterbringen wollen: ein bißchen Romantik, ein bißchen Action, ein bißchen Intrige und Verwirrung.  Etwas verwirrend sind auch die Logiklöcher, z.B. weiß Ambrose genau, wie Hunt in die Zentrale des Pharmakonzerns einbrechen wird, lässt ihn aber dann in aller Seelenruhe auf die auffälligste Art und Weise in das Gebäude einsteigen. Daher sollte man sein Hirn ausschalten und sich entspannt zurücklehnen.

Solider Actioner (4/6)

Titelbild und Trailer: Paramount Pictures

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