Ein Krimifeuerwerk

Der Eindruck, dass die erste Staffel nur ein überlanges Intro für die zweite Staffel ist, war richtig. Denn jetzt kommt die Geschichte so richtig ins Rollen und viele Fragen aus der erste Staffel werden endlich geklärt. Der Ende der ersten Staffel aufgetauchte Kriminelle Berlin (Peter Stormare) sorgt für den nötigen Schwung, indem er Reds Exfrau Naomi Hyland, ehemals Carla Reddington (Mary-Louise Parker), entführt und foltert. Reddington (James Spader) kämpft bald an mehreren Enden. Er muss sich gegen die Verfolger, die ihm Berlin auf den Hals gehetzt hat, zur Wehr setzen, zum anderen spürt er, das Elizabeth (Megan Boone) Geheimnisse vor ihm hat. Sie verändert sich und überschreitet immer mehr Grenzen. Das wohl größte Geheimnis  von Elizabeth sitzt im Keller eines verlassenen Kutters. Tom Keen (Ryan Eggold) wird dort von Liz gefangen gehalten und ausgefragt. Dieser bittet darum von Liz entlassen zu werden um nach Berlin zu suchen. Sie gewährt diesen Wunsch. Als ein Hafenmitarbeiter den Kahn überprüft, kommt Elizabeth aber immer mehr in Zugzwang, da dieser kurz darauf durch Toms Eingreifen stirbt. Während Cooper (Harry J. Lennix) noch verletzt im Krankenhaus liegt, wird die Mossad-Agentin Samar Navabi (Mozhan Marnò) neues Mitglied der Taskforce als Ersatz für die ermordete Meera Malik.

Red (James Spader) trifft sich mit Berlin (Peter Stormare) - © NBC
Red (James Spader) trifft sich mit Berlin (Peter Stormare) – © NBC
Rasante Achterbahnfahrt mit tödlichem Ende

Vielleicht liegt es daran, dass James Spader nun auch als Executive Producer für die Serie tätig ist, denn das Tempo der Serie verdoppelt sich nahezu. Handlungsstränge verlaufen jetzt über mehrere Episoden, teilweise sogar über die Staffel hinaus. Inzwischen bekommt man auch ein Gefühl wie die Serie tickt. Die Episodentitel sind immer nach den Kriminellen auf Reddingtons schwarzer Liste benannt und nach zwei Staffeln erkennt man recht schnell, dass nahezu alle „Blacklister“ im Gefängnis landen oder sterben. So lässt der Episodentitel bereits erste Rückschlüsse auf das Schicksal des namensgebenden Blacklisters zu (hier → die komplette Blacklist).  Man spürt in manchen Szenen die Bezüge zur aktuellen politischen Lage. Das angespannte Verhältnis zwischen Russland und den USA ist unterschwellig Thema genau wie die rechtsradikalen Tendenzen in Deutschland. Ryan Eggold muss in dieser Staffel undercover nach Dresden (plakativer geht’s wohl kaum, Pegida lässt schön grüßen) um  sich in die rechtsradikale Szene einzuschleusen. Sein Deutsch, das man in der OmU-Fassung zu hören bekommt,  ist eher schlecht als recht. Ein Hoch auf die Untertitel. In Nebenrollen sind Ron Perlman, Krysten Ritter (JESSICA JONES) und Mary-Louise Parker (R.E.D. – wie passend) zu sehen. David Strathairn tritt als CIA-Chef für verdeckte Ermittlungen auf. Jeder, der die Bourne-Reihe kennt, weiß bereits alles, was man über den Direktor wissen muss, denn abermals verkörpert Strathairn wieder großartig ein Arschloch mit Einfluss. Auffällig ist, dass Liz zum ersten Mal die Grenzen des Gesetzes überschreitet und schließlich sogar ein Verbrechen begeht. Die Motive hierfür sind leider sehr vage und auch nicht ganz nachvollziehbar. Zu James Spader muss man nicht viel sagen. Im Vergleich zur ersten Staffel bekommt er noch mehr Momente um zu unterhalten, zu schockieren und das Verhältnis zu Liz weiterzuerforschen. Reddington wird auch erstmals lebensgefährlich verletzt, was der Story zusätzliche Tiefe gibt. Die Serie macht definitiv Lust auf die dritte Staffel.

(5.5/6)


Trailer: © Youtube/CS:GO Overwatch, Titelbild: © NBC

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