„Nicht verzagen, mal was wagen!“

Drei Jahre vergingen zwischen dem letzten STAR TREK-Film und dem neuen. Personelle Umbesetzungen waren nötig. Weil J.J. Abrams mit der siebten Episode von STAR WARS beschäftigt war, wurde die Regie an Justin Lin übergeben, der unter anderem für mehrere Teile der THE FAST AND THE FURIOUS-Reihe zuständig war. Auch Scotty-Darsteller Simon Pegg ist dieses Mal in zweifacher Funktion zu sehen: als Schauspieler und als Drehbuchautor. Sein Abenteuer beginnt zunächst harmlos. Die Enterprise und ihre Besatzung ist bereits drei Jahre im All unterwegs und versucht im Namen der Vereinten Föderation der Planeten Frieden zu stiften. Dabei treffen Sie auf die verunglückte Kapitänin eines anderen Raumschiffs, die für ihre Mannschaft um Hilfe bittet. Doch die vermeintliche Rettungsmission ist eine Falle. Captain Kirk (Chris Pine) muss seine Mannschaft evakuieren. Manche Crewmitglieder wie Uhura (Zoe Saldana) werden von Krall (Idris Elba), dem Anführer der Angreifer, gefangen genommen. Andere Crewmitglieder wie Spock (Zachary Quinto), Scotty (Simon Pegg), Pille (Karl Urban) und Kirk landen völlig verstreut mittels Rettungskapsel auf einem fremden Planeten. Scotty trifft dabei auf eine ebenfalls gestrandete Alienfrau namens Jaylah (Sofia Boutella), deren Verwandte von Krall getötet wurden. Jaylah versteckt sich seitdem vor Krall und lebt in einem alten Föderationsschiff, der USS Franklin. Das Raumschiff könnte einen rettenden Ausweg bieten, doch das Schiff ist noch nicht betriebsbereit. Scotty möchte helfen. Kurze Zeit später treten Spock und Pille in eine von Jaylahs Fallen und auch Kirk findet den Weg zu seiner Crew. Um die restlichen Crewmitglieder aus Kralls Gefangenschaft zu befreien, braucht es nicht nur Einfallsreichtum, sondern auch Teamgeist und Zusammenhalt.

Chekov (Anton Yelchin) und Kirk (Chris Pine) - © Paramount Pictures
Chekov (Anton Yelchin) und Kirk (Chris Pine) – © Paramount Pictures
„To absent friends!“ und neuen Freunden

Das STAR TREK-Franchise hatte gleich zwei Todesfälle zu verkraften. Zum einen den von Spock-Darsteller Leonard Nimoy, zum anderen den des Chekov-Darstellers Anton Yelchin. Während man den Tod von Nimoy in die Handlung eingewebt hat, wurde Yelchins Tod subtiler eingearbeitet. Als Kirk auf einer Feier einen Toast auf abwesenden Freunde ausbringt, ist Chekov die erste Person, die im Anschluss zu sehen ist. Aus der Gruppe sticht etwas Karl Urban hervor, der bei Weitem die besten Sprüche aufsagen darf und mit seinem erfrischenden Sarkasmus ernste Szenen auflöst. Einige neue Charaktere aus INTO DARKNESS wie Carol Marcus tauchen nicht mehr auf, dafür gibt es mit Sofia Boutella als Jaylah  eine starke, neue Figur. Sie verliebt sich glücklicherweise auch nicht in irgendein Crewmitglied, sondern ist ein dreidimensionaler Charakter, den man ernstnehmen muss. Idris Elba, den man unter den Massen an Makeup gar nicht erkennt, gibt einen glaubhaften und furchteinflößenden Bösewicht, dessen Motivation aber in wenigen Sätzen abgehandelt wird. Die Kamera fängt die beeindruckenden Landschaften und Planeten fantastisch ein. Auch die für STAR TREK-Filme der Neuzeit offenbar obligatorische Bruchlandung der Enterprise hat Justin Lin perfektioniert. In Actionszenen ist die Action aber teilweise nicht sichtbar, weil hier nach dem „Bourne-Prinzip“ eine wackelige Kamera mit schnellen Schnitten kombiniert wird.

Jaylah (Sofia Boutella) und Scotty (Simon Pegg) - © Paramount Pictures
Jaylah (Sofia Boutella) und Scotty (Simon Pegg) – © Paramount Pictures
Hommage an die Serie

„→ As TV has become more like movies, movies have become more like TV. It’s gone the other way. There are these serials, these continuing stories that are a regurgitation of the same things we’ve seen over and over again.” Der CEO des Animationsstudios Laika, Trevis Knight, bringt es auf den Punkt. Die These, dass Filme immer mehr wie Serien werden, wird durch das Drehbuch von Simon Pegg und Doug Jung unterstützt. STAR TREK BEYOND hat einen starken seriellen Charakter, nicht nur, weil er auf einer Serie basiert, sondern auch im Aufbau der Narration. Die Helden arbeiten zusammen, werden getrennt, treffen sich dann wieder um den großen Endgegner aufzuhalten. Ende gut, alles gut, nächste Woche sehen wir uns wieder. Während STAR TREK und STAR TREK INTO DARKNESS inhaltlich wie optisch stark auf das Kino getrimmt waren, sich auf Charakterentwicklung und Storytelling fokussierten, ist BEYOND eher eine filmgewordene Einzelfolge einer Serie. Trotzdem ist diese Folge inhaltlich recht dicht und trotz kleinerer Längen und Logiklöcher sehr unterhaltsam. 

(5/6)

Titelbild und Trailer: © Paramount Pictures Germany

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