Zwanzig Jahre sind seit Roland Emmerichs erster Alien-Invasion vergangen. Und als wäre das Filmjahr 2016 noch nicht genügend vollgestopft mit Fortsetzungen greifen abermals wieder die Aliens an. Die besiegten Alienverbände hatten nämlich 1996 noch einen Notruf abgesetzt und um Unterstützung gebeten. Daher bereitet sich die Welt auf die Rückkehr vor und sowohl am Saturnring als auch auf dem Mond sind Außenposten errichtet, welche die Erdenbürger rechtzeitig warnen sollen. Als vor dem Mond ein kugelförmiges Raumschiff auftaucht, wird es von der US-Präsidentin zum Abschuss freigegeben. David Levinson (Jeff Goldblum) untersucht die Absturzstelle und kann eine geschlossene Kapsel bergen ehe ein deutlich größeres Schiff eintrifft. Während Levinson und Dr. Brakish Okun (Brent Spiner) die geborgene Kapsel untersuchen, tritt Daylan Dubrow-Hiller (Jessie T. Usher) das Erbe seine Stiefvaters Captain Hiller als Kampfpilot an. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten Patricia Whitmore (Maika Monroe) ist mit dem Ex-Kampfpiloten Jake (Liam Hemsworth) verlobt, der auf der Mondbasis arbeitet. Von dort wird unter dem Kommando von Hiller ein Erstschlag koordiniert, der allerdings zu großen Verlusten führt. Einem kleinen Verbund gelingt es aber ins Innere des Schiffes zu gelangen, wo sie aber zunächst stranden. Währenddessen wird die geborgene Kapsel vom Mond untersucht. In ihrem Inneren verbirgt sich eine kugelförmige Raumsonde. Als sie aktiviert wird, erfahren die Levinson, Whitmore und das restliche Area-51-Team, dass die Sonde zur Erde kam um möglichst viele vor den Aliens zu retten. Diese ziehen von Planet zu Planet, um aus deren Kernen Energie zu gewinnen, die sie für ihre Entwicklung benötigen. Als letzte ihrer Art wird sie zur Verbündeten der Menschheit. Die Aktivierung der Sonde wird aber von der Alienkönigin registriert, welche sich mit einer Flotte von Alienjägern in Richtung Area 51 bewegt, um die Sonde zu vernichten. 

Zurück: David Levinson (Jeff Goldblum) und Ex-Präsident Whitmore (Bill Pullman) - ©20th Fox Home Entertainment
Zurück: David Levinson (Jeff Goldblum) und Ex-Präsident Whitmore (Bill Pullman) – ©20th Fox Home Entertainment
Sinnlose Fortsetzung – Fragezeichen oder Ausrufezeichen?

Wenn ich mir andere Kritiken zu diesem Film so durchlese, gibt es sehr viele negative Stimmen. Meine Wertung kommt da vergleichsweise human daher. Das mag zum einen daran liegen, dass meine Erwartungen recht gering waren. Wenn Roland Emmerich eine Fortsetzung zu einem Alieninvasionsfilm dreht, dann erwarte ich da kein großes Storytelling. Da reicht auch ein subtiles „In der einen Ecke steht die Menschheit. In der anderen Ecke stehen die Aliens. Let’s get ready to rumble!“ um mich zu begeistern. Ich glaube auch, dass der Alieninvasionsfilm, so wie ihn Emmerich versteht, einfach aufgrund seiner Genrebeschränkung wenig Neues bieten kann. Emmerich geht es in erster Linie um die Optik, um die visuell ansprechende Zerstörung von Sehenswürdigkeiten. Dazu reicht auch ein wackeliges Storygerüst mit Logiklöchern. (Randnotiz: Ich bin schon sehr gespannt auf Denis Villeneuves ARRIVAL, der einen komplett anderen Ansatz hat, weil er die Alieninvasion nicht nur als Vorwand für eine weltweite Zerstörung hernimmt, sondern die Interaktion zwischen Mensch und Alien zum Thema hat.)

©20th Fox Home Entertainment
Die Verbindung aus Alt und Neu

Emmerich gelingt es nicht ganz neue Figuren mit bekannten Gesichtern zu kombinieren. Alle Jungschauspieler bleiben erstaunlich eindimensional; gut, bei Liam Hemsworth wundert das ja auch niemanden → #halfahemsworth. Gestandene Schauspieler wie Bill Pullman, Brent Spiner oder Jeff Goldblum lassen aber die Nostalgie zurückkehren. Auch William Fichtner und Charlotte Gainsbourg sind eine schöne Bereicherung des Castes, auch wenn sie handlungstechnisch etwas zu kurz kommen. Die Optik und das Sounddesign sind gewohnt gut, auch wenn sie die gängigen Maßstäbe nicht übertreffen. Der Film endet mit einem an den Haaren herbeigezogenen Teaser für INDEPENDANCE DAY 3. Nach einem richtigen Abschluss fühlt sich das nicht an, sondern vielmehr wie einer dieser die „Marvel-Filmenden“ (toller Artikel zu dem Thema: → „Das Ende des Endes – Wie Filmuniversen dem Film als eigenständiges Erlebnis schaden„). Natürlich fällt INDEPENDANCE DAY – WIEDERKEHR in die Kategorie „cineastisches Fastfood“, dennoch sollte der Film erst einmal den bestehenden Hunger stillen, bevor er Lust auf mehr macht.

(4/6 bzw. 7/10)

Ab 24. November 2016 ist der Film sowohl auf DVD als auch auf Blu-Ray käuflich zu erwerben.

Titelbild und Trailer: © 20th Fox Home Entertainment Germany

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